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Kunst für alle: Kunstwochenende Heilbronn

Oktober 4th, 2010 · Keine Kommentare

Dieses Wochenende, 2.-3. Oktober, war das Kunstwochende in Heilbronn. Da dieses Ereignis im krassen Gegensatz zu dem sonstigen Geschehen im “öffentlichen Heilbronn” stand – wo sonst nur einkaufsfreie Sonntage ausgerufen werden – verdient das vergangene Wochenende ein paar Worte.
Interessant war für mich die Erkenntnis, dass alle Ausstellungsräume ziemlich leer waren, obwohl man dort umsonst Kunst geboten bekam – sonst wäre es ja wohl kein Kunstwochenende -, aber eben auch Getränke und Speisen. Trotzdem haben sich viele Leute nicht “rein getraut”. Das zeigt wohl, dass die meisten nicht einordnen konnten, was sie denn da drinnen machen sollten. Zweitens, denke ich, sagen sich viele: “Hmmm, mit Kunst kann ich nichts anfangen, da kenne ich mich nicht aus, da könnte ich als Unwissender entdeckt werden.”
Ich habe mir ein wenig die Leute auf der Straße angeschaut, die durch die Stadt flanierten und – meiner Ansicht nach – nichts Wirkliches vor hatten. Diese schauten dann interessiert, was denn da los sei, gingen dann aber nicht hinein, obwohl sie, wenn Sie hinein gegangen wären, eigentlich nur gewinnen hätten können. Sie hätten eventuell neue Menschen kennengelernt und sie hätten sich neue Ansichten und Ideen einholen können, und natürlich auch was zu trinken und zu essen bekommen.
Doch bleibt man lieber unter sich und lässt sich auf nichts Neues ein. Da man das Neue nicht kennt und wohl etwas Angst davor hat, doch wovor eigentlich?
Und da sind wir schon bei dem, was Kunst eigentlich ist. Kunst ist immer etwas Neues und Unbekanntes auf das man sich einlassen kann. Man muss kein Kenner sein und auch sonst keine Vorkenntnisse mitbringen. Man kann sagen, das finde ich albern und das finde ich gut,… ohne das es richtig oder falsch gibt. Also kann man beim Betrachten von Kunst nichts falsch machen und somit eigentlich nur gewinnen.
Da es aber heutzutage wenig Dinge gibt, bei denen man nichts zu verlieren hat und nur gewinnen kann, sind das wohl die meisten nicht gewohnt und denken doch, dass es hier irgendwo einen Haken gibt. Und deshalb bleiben sie lieber im Gewohnten sitzen und wollen mit dem Neuen nichts zu tun haben.
Ich möchte jetzt keine einzelnen Künstler und Werke, die mir persönlich gefallen haben herausstellen (das werde ich vielleicht in Zukunft noch machen). Ich möchte nur auf eine Gegebenheit hinweisen, die sich im Rahmen dieses Wochenendes abspielte und diese Ungewöhnlichkeit und Unwissenheit der meisten Heilbronner mit der Kunst widerspiegelt.

Das “goldene Auto” von dem Künstlertrio Sergej Emir Lele das neben der Allee stand, ist ja oben schon zu sehen. Bevor es seinen golden Anstrich erhielt, stand es erstmal verloren auf einem der verhüllten Eingänge zu der ausgedienten Harmonie-Unterführung. Es wurde per Kran darauf gehoben. Sogleich geschah folgendes: Ein pflichtgetreuer Beamter wollte dem Führer dieses Autos einen Strafzettel geben. Weil dieser sein Auto augenscheinlich nicht ordnungsgemäß abgestellt hatte. Ob das Auto wirklich einen Strafzettel bekommen hat, weiss ich nicht, meiner Meinung nach, sorgte der Beamte aber für die eindrucksvollste Performance des Wochenendes.

Vielen Dank an plemplem für das Foto vom kontrollierenden Beamten.

Tags: Heilbronn

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