Tackelberz gibt es schon ziemlich lange. Geboren am Amiga 500 durch einen Schreibfehler. Der Name wurde zu meinem Computerpseudonym, den ich immer gebrauche, wenn ich mit dieser Maschine hier zu tun habe.
Ich habe letztens eine Mail von facebook bekommen. Man muss dazu sagen, dass ich gar keinen facebook-Account habe. Nun, woher hat facebook meine Mailadresse?
In der Mail von facebook waren Leute aufgeführt, die mich anscheinend suchen. Ich kenne alle diese Leute, habe sie mal da mal dort kennengelernt. Einige würde ich gerne wieder sehen, bei anderen ist es besser, dass ich sie nicht mehr treffe. Aber egal; diese Leute haben mich wohl mit meiner Mailadresse in facebook gesucht, diese Suche hat sich dann facebook gemerkt um mir dann eine Mail zu schreiben, in welcher ich aufgefordert werde, mir doch endlich mal einen Account zu machen, damit ich endlich für all diese Leute auf facebook erreichbar bin.
Mir macht das ein bisschen Angst. Obwohl ich gar keinen Account habe, kennen die mich. Wie sehr würden die mich kennen, wenn ich einen Account hätte? Und was machen die mit den Informationen über mich? Diese Fragen sollte sich jeder stellen, der entweder schon bei facebook angemeldet ist, oder es sich überlegt sich dort anzumelden.
Tim Berners-Lee, der geistige Vordenker des Internets, hat letztens einen Artikel veröffentlicht, in welchem er die Vorgehensweise von facebook kritisiert. Facebook praktiziert durch seine Abgeschlossenheit eben genau das Gegenteil von dem, was das Internet eigentlich sein sollte: Ein universelles, verbundenes Informationssystem. Auch in diesem Spiegel-Artikel sind die Thesen von Tim Berners-Lee komprimiert dargestellt und für den Leser mit wenig Zeit ebenso absolut empfehlenswert.
Und hier noch ein Video, dass mir auch in letzter Zeit über den Weg gelaufen ist und sich ebenso kritisch und humoristisch mit facebook auseinander setzt.
Und ein weiteres Video, das als Anleitung zum Datenschutz in facebook zu verstehen ist. Also wenn man schon drinnen ist, sollte man wenigstens wissen, wie man seine Daten für sich behält.
Ich möchte an dieser Stelle dringend auf ein Blockseminar hinwiesen, dass am 26./27.11 und 03./04.12. an der Hochschule Heilbronn stattfindet. Das Blockseminar ist als grundlegende Einführung in die qualitativen Forschungsmethoden konzipiert und für jede oder jeden, die/der in irgendeiner Weise mit qualitativen Verfahren arbeiten möchte ein absolutes Muss. Doch auch wenn Sie nur generell Interesse am empirischen Arbeiten haben und bisher nur die eine Seite – die quantitativen Verfahren, vielleicht in einer meiner Vorlesungen – kennen gelernt haben, empfehle ich Ihnen dieses Blockseminar, da Sie dadurch einen anderen Forschungsansatz kennenlernen, der sich in vielen Bereichen als äußerst erkenntnisgewinnend herausgestellt hat.
Den Seminarfahrplan können Sie hier einsehen. Das Blockseminar wird von Melanie Leistikow geleitet, die über langjährige Erfahrung in der Arbeit mit qualitativen Methoden verfügt.
Die Anmeldung ist über Ilias erforderlich!
Über Studium Generale -> Themengruppe Personal Excellence -> Kurs beitreten
Weil ich immer wieder danach gefragt werde, was man bei der Konstruktion eines Fragebogens beachten sollte, habe ich jetzt mal die, aus meiner Sicht, wichtigsten Dinge zusammengeschrieben. Hier also das Merkblatt zur Konstruktion eines Fragebogens.
Die Vorschläge gehen größtenteils auf Don Dillman (2000) zurück.
Literatur:
Dillman, Don A. 2000. Mail and Internet Surveys: The Tailored Design Method. 2nd Edition. New York: John Wiley Co. 464 pp.
Dieses Wochenende, 2.-3. Oktober, war das Kunstwochende in Heilbronn. Da dieses Ereignis im krassen Gegensatz zu dem sonstigen Geschehen im “öffentlichen Heilbronn” stand – wo sonst nur einkaufsfreie Sonntage ausgerufen werden – verdient das vergangene Wochenende ein paar Worte.
Interessant war für mich die Erkenntnis, dass alle Ausstellungsräume ziemlich leer waren, obwohl man dort umsonst Kunst geboten bekam – sonst wäre es ja wohl kein Kunstwochenende -, aber eben auch Getränke und Speisen. Trotzdem haben sich viele Leute nicht “rein getraut”. Das zeigt wohl, dass die meisten nicht einordnen konnten, was sie denn da drinnen machen sollten. Zweitens, denke ich, sagen sich viele: “Hmmm, mit Kunst kann ich nichts anfangen, da kenne ich mich nicht aus, da könnte ich als Unwissender entdeckt werden.”
Ich habe mir ein wenig die Leute auf der Straße angeschaut, die durch die Stadt flanierten und – meiner Ansicht nach – nichts Wirkliches vor hatten. Diese schauten dann interessiert, was denn da los sei, gingen dann aber nicht hinein, obwohl sie, wenn Sie hinein gegangen wären, eigentlich nur gewinnen hätten können. Sie hätten eventuell neue Menschen kennengelernt und sie hätten sich neue Ansichten und Ideen einholen können, und natürlich auch was zu trinken und zu essen bekommen.
Doch bleibt man lieber unter sich und lässt sich auf nichts Neues ein. Da man das Neue nicht kennt und wohl etwas Angst davor hat, doch wovor eigentlich?
Und da sind wir schon bei dem, was Kunst eigentlich ist. Kunst ist immer etwas Neues und Unbekanntes auf das man sich einlassen kann. Man muss kein Kenner sein und auch sonst keine Vorkenntnisse mitbringen. Man kann sagen, das finde ich albern und das finde ich gut,… ohne das es richtig oder falsch gibt. Also kann man beim Betrachten von Kunst nichts falsch machen und somit eigentlich nur gewinnen.
Da es aber heutzutage wenig Dinge gibt, bei denen man nichts zu verlieren hat und nur gewinnen kann, sind das wohl die meisten nicht gewohnt und denken doch, dass es hier irgendwo einen Haken gibt. Und deshalb bleiben sie lieber im Gewohnten sitzen und wollen mit dem Neuen nichts zu tun haben.
Ich möchte jetzt keine einzelnen Künstler und Werke, die mir persönlich gefallen haben herausstellen (das werde ich vielleicht in Zukunft noch machen). Ich möchte nur auf eine Gegebenheit hinweisen, die sich im Rahmen dieses Wochenendes abspielte und diese Ungewöhnlichkeit und Unwissenheit der meisten Heilbronner mit der Kunst widerspiegelt.
Das “goldene Auto” von dem Künstlertrio Sergej Emir Lele das neben der Allee stand, ist ja oben schon zu sehen. Bevor es seinen golden Anstrich erhielt, stand es erstmal verloren auf einem der verhüllten Eingänge zu der ausgedienten Harmonie-Unterführung. Es wurde per Kran darauf gehoben. Sogleich geschah folgendes: Ein pflichtgetreuer Beamter wollte dem Führer dieses Autos einen Strafzettel geben. Weil dieser sein Auto augenscheinlich nicht ordnungsgemäß abgestellt hatte. Ob das Auto wirklich einen Strafzettel bekommen hat, weiss ich nicht, meiner Meinung nach, sorgte der Beamte aber für die eindrucksvollste Performance des Wochenendes.
Vielen Dank an plemplem für das Foto vom kontrollierenden Beamten.
und oute mich als Science-Fiction Fan. Krieg der Sterne, Star Trek, Kampfstern Galaktika,,, alles super. Ich war sogar mal mit einem Freund bei einer Star Trek Convention und habe jetzt dieses spitzen Bild im Netz gefunden. Dieser Eintrag zählt wohl eher unter die Kategorie “sinnlos”.
Habe gestern bei Subito einen Artikel bestellt, den ich schnell brauchte. Ich habe nicht die Bibliotheksfernleihe benutzt, weil es da mitunter etwas dauern kann. Bei Subito hat es erstaunlicher Weise nur vier oder fünf Stunden gedauert. Schon habe ich den Artikel per PDF zugeschickt bekommen. Und die Mitarbeiter der Bibliothek Augsburg haben sogar dieses stylische Deckblatt der “American Sociological Review” von Jahrgang 1973 mit eingescannt. Und das hat mir dann für einen kurzen Moment wieder gezeigt, dass man doch eigentlich in den 60er, 70er gelebt haben müsste.
Nun ja, auf jeden Fall, wenn man es mal eilig hat und schnell was an Literatur braucht, was nicht online verfügbar ist, dann ist Subito eine gute Sache (…auch recht billig).
Der Netzbewohner kennt das vielleicht. Nach einiger Zeit ist die Sammlung von Lesezeichen ein undurchdringbares Wirrwarr und man bedient sich nur der einigen Wenigen vom Anfang. Deshalb sollte man hin und wieder mal aufräumen. Und wie das so beim Ausmisten ist, das findet man doch immer wieder Sachen, die man nicht wegschmeissen möchte. In diesem Sinne: Einige meiner Lieblings-links aus dem letzten halben Jahr:
Eternal Moonwalk
Wenn ich an Michael Jackson denke, dass ist das wie so eine kleine Depression am Tage. Irgendwie ist alles nach 1986 komisch mit ihm verlaufen. Und das Schlimme daran ist, ich denke, er ist selbst am wenigsten schuld. Zum Link – kam nach seinem Tod raus und ist finde ich eine wunderschöne Sache.
E-Book Suchmaschine
Unglaublich was da geht! Und alles sofort verfügbar. Also, sollte man zu einem Thema was nicht finden. Dort müsste was sein.
Durch das zerstörte Haiti fahren
Im Rahmen der großen Hilfsaktionen für das durch Erdbeben zerstörte Haiti wurde diese Applikation ins Netz gestellt. Ich finde es unglaublich wie das funktionieren soll und das stellt, meiner Meinung nach, eine neue Dimension des “Fernsehens” dar.
We feel fine
Das habe ich, wie so vieles über Spreeblick erfahren. Hier kann man sich anschauen, wie Leute ihre Emotionen in der Blogosphäre ausdrücken. Man kann die Emotionen dann auch in verschieden Kategorien einteilen: Tageszeit, Geschlecht, Wetter usw.
Dieses Foto wurde auf der GOR 10 gemacht und zeigt mich beim wilden Vortragen. Obwohl ich durch die GOR-Party noch ziemlich beeinträchtig war, hat es den Meisten wohl gefallen.
Ich möchte an dieser Stelle meinen Respekt für diese gelungene Konferenz an die Leitung der GOR 10 aussprechen. Nicht zuletzt die kompromisslose Party hat diese Konferenz zu einem wirklich freudigen Ereignis gemacht.
Für Interessierte gibt es es links nebenan (<-) die Folien vom Vortrag bei Slideshare zum runter laden.
Jan Schmidt hat letztens auf seinem Blog einen Aufsatz veröffentlicht, in dem er mit Hilfe des “Leitmedien”-Tools von rivva feststellen wollte, welche Online-Medien eigentlich den Stoff für Diskussionen in der deutschsprachigen Blogosphäre liefern. Als Erkenntnis stellt er dann gegen Ende fest, dass Blogs die Aufmerksamkeit für journalistische Inhalte vergrößern, weil der überwiegende Teil der diskutierten Inhalte aus “etablierten-publizistischen” Angeboten stammt.
Für mich persönlich war dieses Ergebnis interessant und auch bekräftigend, weil ich gerade diese Tage meine Präsentation für die GOR vorbereitet habe und dort eben aus anderer Perspektive auf ein ähnliches Ergebnis gekommen bin.
Der Ausgangspunkt meines Vortrags ist die Frage, ob deutschsprachige A-List-Blogs eher den Agenda-Setting Prozess der Mainstream Medien verstärken oder eher abschwächen? Es gibt in der Literatur Hinweise für beides. Einmal wird behauptet, dass A-List-Blogs sich im Grunde auf die Kommentierung von Mainstream Medien Inhalten konzentrieren – wie es “Watchblogs” logischerweise auch tun – und somit die Wirkung der Mainstream Medien Agenda verstärken. Andererseits gibt es aber auch Befunde, die dafür sprechen, dass A-List-Blogs eine alternative Agenda anbieten, indem sie sich Themen widmen, die nicht aus Mainstream Medien Quellen stammen, sondern aus “kleinen” Blogs, Videoplattformen, Tweets usw. In diesem Kontext ist oftmals von einer “Focal Points”-Funktion der A-List-Blogs zu lesen, da sie die relevanten Informationen in der Blogosphäre (oder im User Generated Content allgemein) verdichten.
Um dies zu überprüfen habe ich in meinem Datensatz für einen bestimmten Zeitraum (4 Wochen im August und September 2008) alle Posts der A-List-Blogs extrahiert. (A-List-Blogs habe ich pragmatisch definiert: Sifry benennt im State of the Blogosphere-Bericht von 2006 eine “High Autority Group der Blogs” und das sind jene, die über 500 Links haben. Ich habe dann für den genannten Zeitraum in die deutschen Bloggercharts geschaut und jene Blogs mit über 500 Links als A-List-Blogs definiert. (Auch dazu).) Diese wurden dann im Rahmen des Seminars mittels Inhaltsanalyse untersucht.
Um herauszufinden, welche Blogs Inhalte wiedergeben, die aus Mainstream Medien Quellen stammen, wurde jeder Link daraufhin untersucht, ob er auf eine Mainstream Quelle verweist oder nicht. Ebenso wurde der Verweis auf offline Mainstream Medien kodiert.
Das Ergebnis sieht so aus:
Es ist zu sehen, dass der Anteil der Posts, die Informationen aus Mainstream Medien Quellen diffundieren, weitaus geringer ist (ca. 25%) als der Anteil jener Posts, die entweder alternative Quellen (Blogs, Videoplattformen, Wikis…) oder gar keine Quellen haben.
Dies ist eigentlich überraschend, da man auf Grund dieses Ergebnisses davon ausgehen müsste, dass eher eine Abschwächung der Mainstream Medien Agenda stattfindet als eine Verstärkung.
Betrachtet man die einzelnen Blogs genauer, ist festzustellen, dass gerade der bildblog, stefan-niggemeier, netzpolitik und indiskretion ehrensache relativ viel im Verhältnis zu ihrer Gesamtanzahl an Posts über Dinge berichten, die auf Mainstream Medien Quellen basieren. Beim Bildblog ist das einleuchtend. Das nächste Schaubild verdeutlicht aber gut, dass spezielle Themen Mainstream Medien Informationen “mit sich bringen”, oder besser gesagt bei solchen Themen Mainstream Medien Quellen einfach unumgänglich sind.
Das Thema Media, das sich wohl meistens als Medienkritik darstellt, ist in dem bildblog, stefan-niggemeier und indiskretion ehrensache die Triebfeder für die Verwendung von Mainstream Medien Quellen. Bei dem Blog netzpolitik ist es das Thema Politik. Bei dem Thema Politik ist davon auszugehen, dass politische Neuigkeiten sich in den meisten Fällen als erstes in etablierten Medien finden lassen. Somit bleibt politischen Blogs gar nichts anderes übrig als sich häufig auf Mainstream Medien Quellen beziehen zu müssen.
Nun aber zurück zum Agenda Setting Konzept. Meiner Meinung nach ist es nicht möglich, Agenda Setting Prozesse zu überprüfen, ohne sich die Wirkung bei den Rezipienten anzuschauen. Ich habe, um diesen Anspruch gerecht zu werden, nach den Links im Datensatz auf die inhaltsanalysierten Posts gesucht. Vergleicht man die Anzahl an Links zu den Posts mit Mainstream Medien Quellen mit der Anzahl an Links zu denen ohne Mainstream Medien Quellen, dann fällt auf, dass tendenziell öfter auf die ersteren verlinkt wird (statistisch signifikanter T-Wert auf 5%-Niveau). Somit wären wir wieder bei dem Aufsatz von Jan Schmidt. Auch dieses Ergebnis zeigt, dass Themen aus Mainstream Medien Quellen eher in der Blogosphäre diskutiert werden als Themen aus alternativen Quellen.
Woran das liegt?
Bei der Inhaltsanalyse hatten wir ebenso Nachrichtenfaktoren kodiert, und es zeigte sich, dass die Posts mit Mainstream Medien Quellen tendenziell eine größere Anzahl aber auch eine größere Intensität von Nachrichtenfaktoren aufweisen können. Schon Galtung und Ruge (1965) haben Nachrichtenfaktoren als generelle Verarbeitungsmechanismen verstanden. Spätestens Eilders (1997) konnte beweisen, dass Nachrichtenfaktoren als Relevanzindikatoren auch bei der Rezeption funktionieren. Bestimmen Nachrichtenfaktoren also auch das Linkverhalten? Es scheint so.
Genaueres dazu bei dem Vortrag…
Literatur:
Eilders, C. (1997). Nachrichtenfaktoren und Rezeption. Eine empirische Analyse zur Auswahl und Verarbeitung
politischer Information. Opladen, Westdeutscher Verlag.
Galtung, J. and M. H. Ruge (1965). “The Structure of Foreign News: The Presentation of the Congo, Cuba and Cyprus Crises in Four Norwegian Newspapers.” Journal of Peace Research 2: 64-90.